Heuer waren wir nur mit drei Booten aus unserer Flotte vertreten, an der Spitze Dirk Stadler mit seiner Mannschaft, dann Fips Ullherr mit Crew und ich. Es wurde der 30. Alpenpokal ausgesegelt

und zwar von 31 Schiffen, davon je zwei aus Österreich und der Schweiz. Altes Alpenpokal-Feeling also, denn ursprünglich war er ja so etwas wie die Kieler Woche für den Süden, statt Dänen und Schweden eben Schweizer und Österreicher. An deren Beteligung hatte es in den letzten Jahren etwas gemangelt, umso schöner, dass sich das zum Jubiläum geändert hat.

Der Club hat sich zum Jubiläum besonders angestrengt. Schon am Mittwoch Abend, dem Anreisetag, lud Präsident Gianni Testa zu einem vorzüglichen Grillabend ein, was dann bei denTeilnehmern zu der Forderung führte, dies künftig immer so zu halten. Die Qualität des Clubrestaurants hat sich noch einmal verbessert, was sich während der Woche, besonders aber am Abschlusssabend, positiv bemerkbar machte. Dass der seit Jahren angekündigte Ragatta-Hafen immer noch nicht begonnen wurde - geschenkt. Die Geschichte hängt irgendwo im Genehmigungsverfahren zwischen Provinzregierung und Gerichten, so ganz genau scheint das keiner zu wissen. Wir kennen aber so etwas auch von zuhause. Und die angekündigten T-Shirts waren vermutlich noch irgendwo zwischen Korea und Italien unterwegs , sie kommen dann als Weihnachtsgeschenk. Auch dafür lieben wir Italien.

Der See selbst zeigte sich von seiner besten Seite: Von den ausgeschriebenen acht Wettfahrten wurden 6 bei teilweise schwierigem, weil drehendem Südwind ("Ora") mit 2 bis 4 bft gesegelt, die beiden anderen bei Nordwind ("Vento", eigentlich heißt er Pelér) mit 5 bft. Mannschaften und Material haben das gut überstanden. Nur Dirk Stadler hatte großes Pech: Der spätere Sieger Helmut Claußen fuhr ihm in der zweiten Wettfahrt ohne Wegerecht ins Schiff und verletzte Dirk so stark, dass er nicht mehr weiter segeln konnte. Claußen, einem erfahrenen und fairen Sportsmannn, kamen bei der Siergerehrung beinahe die Tränen, als er auf die Sache zu sprechen kam. Dirk ist mittlerweile operiert, es geht ihm gut und er träumt bereits wieder von den nächsten Serien.

Mit dem Ergebnis Gesamtvierter war Fips Ullherr mit seiner Mannschaft natürlich hochzufrieden, zumal er - wie auch ich - sich schon in der ersten Wettfahrt unter black flag einen Streicher eingefangen hatte, mit dem er aber wesentlich besser zurecht kam als ich mit meiner Crew. Uns reichte es am Ende nur zu einem 19. Platz.

Bei der Siegerehrung brachte Sigi Merk, wie schon Tradition, seinen H-Boot-Song, über den wir herzlich gelacht haben.

 

Ergebnis und Song unter: www.h-boot.org