Quelle für das Foto ist Fraglia Vela Malcesine

 

Es war toll, aber auch anstrengend für die H-Boot-Crews: Erst kam der Alpenpokal vom 15. bis 17. Juli und dann die Weltmeisterschaft vom 18. bis 24.Juli 2015.

Und die kurzen Ruhepausen waren mit Vermessung, Wiegen und allerlei formalen Präliminarien belegt. Dazu Temperaturen bis an die Schmerzgrenze: Wenn es 38 Grad Celsius hat schwitzt man selbst bei 4 oder 5 Windstärken noch auf dem Wasser. Der englische Fußballer Lineker sagte einmal: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen. Bei den H-Booten sind es die Dänen. Sie gewannen bis jetzt 24 von 36 Weltmeisterschaften. Doch der Reihe nach.

Der Alpenpokal wurde heuer zum 32. Mal ausgetragen, dabei zum 20. Mal in der gastfreundlichen Fraglia Vela Malcesine. (Am Anfang der Gardasee-Serie waren wir neun Mal bei der Fraglia Vela Riva und je einmal beim Segelclub Ebensee und beim Chiemsee Yacht Club, einmal fiel sie aus – so viel Statistik muss sein.) Mit 44 Booten war die Beteiligung ungewöhnlich hoch, das kam sicher daher, dass viele der WM-Teilnehmer den Alpenpokal als quasi Vorbereitungsserie nutzten. Da wurde während und zwischen den Wettfahrten viel geschraubt, Holepunkte wurden verstellt, Segel ausprobiert. Durch die hohen Temperaturen fiel der gewohnte kräftige morgendliche Nordwind aus, es gab ausschließlich Ora-Wettfahrten, die Starkwindfocks blieben in den Säcken.

Bei drei bis maximal fünf Windstärken war es reines Genusssegeln, wenn auch die Bahn durch den Einfluss von Gewitterwolken recht tricksy zu segeln war. Am Ende gewann Andreas Kunze (MYC, GER 1646) mit seiner Crew vom Starnberger See, er hatte die ausgeglichensten Platzierungen. Auf Platz 7 kam Dirk Stadler (SRS, GER 1656) vom Simssee, Martin Köhle (CYC, GER 1330) wurde 20. Hans Reile (SRS, GER 1234) 34. und Stephan Köppl (SRS, GER 991) 44. Bei den Italienern ist es leider nicht üblich, dass in den Melde- oder Ergebnislisten auch die Vorschoter genannt werden, ich bitte insofern für den ganzen Bericht um Nachsicht.

Dann wie gesagt eine kurze Pause für die restlichen Formalitäten zur Weltmeisterschaft, zu der insgesamt 70 Boote gemeldet hatten. Das größte Kontingent stellten naturgemäß wir Deutschen, dazu kamen 15 Dänen, 8 Schweden, 7 Finnen (mit abenteuerlich langer Anreise), 5 Österreicher und je 3 Norweger und Schweizer. Für viele Crews war das ja der Jahresurlaub. Es blieb unverändert heiß, wieder gab es an drei Tagen ausschließlich teilweise verzinkte Südwindwettfahrten. Am letzten Wettfahrttag kamen dann allerdings Gewitter, der Wind brach zusammen, nichts ging mehr. So war nach 8 statt der geplanten 10 Läufe Ende einer tollen Veranstaltung.

Dirk Stadler mit seiner Crew Jani Funk (SCN) und Thomas Kausen (BYC) arbeitete sich nach einem nicht so ganz gelungen ersten Wettfahrttag auf Gesamtrang 2 und damit zum Vize-Weltmeister hoch, an dem Foto kann man erkennen, wie sich die Mannschaft über dieses hervorragende Ergebnis freut. Umgeben war er ausschließlich von Skandinaviern, an ihrer Spitze der dänische Segelmacher Claus Hoj Jensen. Er gewann die WM zum dritten Mal in Folge, insgesamt wurde er fünf Mal Weltmeister - ein würdiger Sieger mit einer sensationell ausgeglichenen Leistung. Beweis: Als Streicher hatte er einen 12. Platz, für die meisten von uns wäre das ein kleiner Laufsieg gewesen. Henrik Edman, ein Schwede, verbuchte zum Beispiel drei erste Plätze und kam doch „nur“ auf Gesamtrang 5, daran erkennt man, wie eng es letzten Endes zuging.

Natürlich schmückt Dirk Stadlers Erfolg unsere Flotte am meisten. Aber auch Fips Ullherr (CYC, 1376) brauchte sich als 24. nicht zu verstecken, diese gute Platzierung gelang ihm mit seiner Tochter Thea, Bernd von Hoermann und Björn Koop. Wir selbst, Martin Köhle (CYC, GER 1330) mit Christoph Herrmann und Nils Falch, waren als 40. die Helden vom Mittelfeld (wie Matrose Schönfeldt einmal sang).

Alle Ergebnisse gibt es auf www.fragliavela.org.

mak